Ich kann mich zwar nicht mehr genau an meine Geburt erinnern, jedenfalls sagten meine Eltern immer, ich sei am 14. Juli 1970 in Schwarzach auf die Welt gekommen. Meine 4 älteren Schwestern sind sich einig und sagen auch das gleiche und die werden´s schon wissen. Also bin ich mittlerweile wohl schon ganz schön erwachsen, aber damit kann ich leben, gut sogar.
Wohlbehütet groß geworden bin ich dann in Fusch an der Großglocknerstraße. Wohlbehütet, weil jeder hat dort damals nämlich schon gewusst, dass aus mir einmal was werden könnte. Deshalb durfte ich mit meinem Kinderradl auf die Glocknerstraße auch nur, wenn ich zum Fußball- oder Tennistraining mußte. So habe ich meine gröberen Unfälle erst dann gebaut, als ich schon selbst dafür verantwortlich war.
So vergingen die Jahre und ich wurde größer und größer. Neben meiner Hauptbeschäftigung, Sport in allen Variationen, ging ich auch meistens brav zur Schule. Meine Eltern haben immer gesagt, dass es wichtig sei für meine Zukunft. Naja, Lesen und Schreiben habe ich dort ja auch gelernt, einige englische Wörter konnte ich mir auch merken. Mit denen kann ich auch was anfangen, wenn ich grad wieder in Amerika oder so bin. Rechnen können eh´ mein Taschenrechner und mein Steuerberater für mich. Den Rest der Schulzeit hätte ich aber besser mit Triathlontraining verbracht, dann hätte ich nicht erst mit 22 mein Talent in diesem Sport entdeckt - aber besser spät als gar nie.
Ach ja, bevor ich´s vergess, einen Beruf habe ich in der Zwischenzeit ja auch gelernt, zwei sogar! Maschinenbauschlosser und Technischer Zeichner bei den Tauernkraftwerken in Kaprun. So kann ich immer noch meine lockeren Schrauben nachziehen und mir räumliches Zeug gut vorstellen. Das ist auch sehr notwendig. Denn ohne mich würde sich sonst meine Frau auf unseren gemeinsamen Wegen immer verirren. Apropos meine Frau Isolde. Seit 1994 kleben wir schon aneinander, wie Pech und Schwefel, sagt man glaub´ ich. Aber bei uns passt wohl eher wie Glück und Liebe und das ist gut so.
Wir beide zwei sind dann auch bald zusammen nach Saalfelden gezogen. Somit war´s uns immer schön warm und einsam waren wir dann auch nicht mehr. Aber um auch was auf dem Teller zu haben (Essen ist nämlich ein großes Hobby von mir), mußten wir auch Geld verdienen. Im Fitnesscenter Life, als Uniqa-Vitalcoaches und Sport-Control-Trainer haben wir unser täglich Brot verdient und tun es zeitweise immer noch.
Völlig unverhofft bekam ich aber dann für mein Hobby Triathlon auch ein paar Schilling und später Euros in die Hosentasche gesteckt. Zuerst vom Bundesheer und dann vom Ironman-Austria Team und meinen Sponsoren. Das machte die Sache mit dem Essen kaufen dann natürlich viel leichter. Eigentlich sollte ich ja sogar 2000 zum ersten Triathlon bei Olympischen Spielen. Ein schwerer Unfall vereitelte aber diesen Plan und so ging ich, um mich auf der langen Strecke für richtige Männer zu versuchen und vor meinem Karriereende zumindest einmal einen Ironman gefinisht zu haben.
Dort war ich 2001 auf Anhieb in 8:42 Elfter. Im Jahr drauf sogar 2ter. Da haben dann einige zu mir gesagt, dass das ganz gut sei. Das hat mich gefreut und deshalb habe ich dann doch weiter gemacht. 2005, 2006 und 2007 habe ich dann als 2ter, 4ter und wieder 2ter als bester Österreicher den Ton mitangegeben, obwohl ich eigentlich total unmusikalisch bin und nicht mal richtig pfeifen kann.
Aber vielleicht sollte ich mir das erst vornehmen, wenn ich groß bin. Denn dumm ist nur, wer Dummes tut!
So long, euer Norbert
Weitere sportliche Infos über mich gibt´s auch im Buch "10 Jahre Ironman Austria" von Stefan Petschnik!

